Ja – Wer bin ich? Das ist eine schwierige Frage und ein langer Weg, wie man ja schon in dem Buch „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe nachlesen kann:
„…Wer
nicht weiß, wie er heißt,
wer
vergisst, wer er ist,
der
ist dumm!“
Bumm…“
Dort begibt sich ein kleines buntes Tier auf die Suche:
„…Denn
ich bin, ich weiß nicht, wer,
dreh
mich hin und dreh mich her,
dreh
mich her und dreh mich hin,
möchte
wissen, wer ich bin…“
Nach einer tiefen Identitätskrise,
„…Stimmt
es, dass ich gar nichts bin?
Alle
sagen, ich bin Keiner,
nur
ein kleiner
Irgendeiner…
Ob´s
mich etwa gar nicht gibt?
Bin
kein Fisch, kein Pony und
auch
kein Nilpferd und kein Hund,
nicht
einmal ein Hundefloh –
ooo!...“
findet es die Antwort:
„ICH
bin ICH“
„…Auch
der Laubfrosch
quakt
ihm zu:
„Du
bist du!
Und
wer das nicht weiß,
ist
dumm!“
Bumm….“
Wer bin nun ich?
Ich bin ein Mensch mit Stärken und Schwächen, Interessen, Vorlieben
und Abneigungen. Ich bin eine Frau, geboren 1964, Mutter zweier Töchter,
Freundin und Kollegin. Aus beruflicher Sicht bin ich Fachärztin für
Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und arbeite seit Juli 2011 in eigener
psychotherapeutischer Praxis in Dresden. Davor habe ich viele Jahre in psychosomatischen
Kliniken gearbeitet, dort jeweils mit Schwerpunkt Traumatherapie. In den letzten Jahren
habe ich viele Erfahrungen u. a. in der Behandlung von psychischen Erkrankungen
nach Traumatisierung gesammelt und habe viele Weiterbildungen in diese Richtung
gemacht.
Ich erwarb die Zusatzbezeichnung Spezielle Psychotraumatherapie der DeGPT und bin EMDR-Therapeutin.
Von meiner grundsätzlichen Ausbildung her bin ich tiefenpsychologisch ausgerichtet, nutze allerdings
auch Techniken der Verhaltenstherapie im Sinne eines integrierten Therapie-Ansatzes.
Die Arbeit mit traumatisierten Menschen macht mir viel Freude. Ich achte und mag sie, da sie trotz schwierigster Bedingungen nicht aufgegeben haben und mit aller Kraft an einer Heilung arbeiten. Die meisten von ihnen sind sehr starke, kreative und tiefgründige Menschen (auch wenn sie das selbst meist nicht glauben).
Ich sehe eine meiner wichtigsten Aufgabe darin, diesem Menschen Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, um sich selbst auf dem Weg der Gesundung helfen zu können, wieder Kontrolle über das zu bekommen, was mit ihnen passiert und damit Selbstverantwortung für ihr Leben übernehmen zu können (deshalb auch die Artikel). Es soll eine helfende Hand sein, die der Betroffene nehmen kann oder auch nicht (auch das ist Selbstverantwortung) und dann geht man ein Stück Weges gemeinsam. Es soll kein Arm sein, auf dem ich den Betreffenden trage, denn das würde nicht wirklich zur Heilung führen.
Wie man unschwer sehen kann, arbeite ich gern mit vergleichenden Bildern und Imaginationen. Ich halte diesen Weg für sehr heilsam und gleichzeitig voller Freude. Man kann Dinge ausdrücken, die sich sonst nicht in Worte fassen lassen oder die sonst zu belastend wären. Man kann positive Bilder und Gefühle genießen, die vorher zum Teil kaum denkbar waren (z. B. ein Gefühl von Sicherheit), neue Fähigkeiten in sich entdecken oder auch einfach nur Spaß haben. Für meine Arbeit mit Bildern und Imaginationen nutze ich mein Wissen und die Erfahrungen in dem Therapieverfahren KB (Katathym-imaginative Psychotherapie), welches ich seit vielen Jahren einsetze.
Nachdem ich nun einiges auch über meine Vorstellung von Psychotherapie geschrieben habe, bleibt noch ein Punkt übrig, der für mich persönlich wesentlich ist. Psychotherapie ist für mich eine partnerschaftliche Arbeit, die getragen ist von gegenseitiger Achtung und (soweit möglich) Vertrauen. Es ist eine gemeinsame anspruchsvolle und anstrengende Tätigkeit, in der es neben den Phasen von Schmerz, Angst und Trauer auch viel Raum für Spaß und Freude geben muss. In diesem Sinne – viel Spaß beim Lesen.
Ulrike Ludwig
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